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Tödlicher Zuckerersatz: Xylit

Warum Xylit für Hunde so gefährlich ist

cloud4pets Blog: Tödlicher Zuckerersatz: Xylit
In unserer Ernährung greifen wir Menschen immer häufiger zu sogenannten Zuckeraustauschstoffen. Hierunter zählt u.a. auch Xylit, besser bekannt als Birkenzucker, welcher für unsere Hunde sehr giftig ist. Warum ist das so? Wie kannst du deinen Hund schützen?

Gewonnen wird Xylit aus den Rinden von Bäumen wie u.a. Birken, woher sich der Birkenzucker ableitet. Xylit sieht aus wie Zucker, süßt wie Zucker, hat aber deutlich weniger Kalorien. Allerdings gehört er im Gegensatz zum normalen Haushaltszucker nicht zu den “echten Zuckern”, sondern zu den Zuckeralkoholen.

Während er bei uns Menschen für eine schlanke Linie sorgen soll, finden wir ihn aber auch tatsächlich in Produkten der Tierindustrie, nämlich in Katzenzahncreme. In dieser wird Xylit genutzt, um gefährlichen Zahnstein zu reduzieren.
Während der Birkenzucker für Katzen völlig ungefährlich ist, hat er bei Kaninchen, Ziegen, Kühen und Pavianen eine toxische Wirkung und schon kleinste Mengen können bei deinem Hund lebensgefährliche Auswirkungen haben.

In welchen Produkten steckt Birkenzucker drin?

Xylit hat viele Namen, ihr findet ihn nicht nur unter der Bezeichnung Birkenzucker, er versteckt sich auch hinter den Handelsbezeichnungen Eutrit, E 967, Fluorette, Kannit, Klinit, Kylit, Pentanpentanol, Xylite, Xyliton oder Newtol.
Und genau unter diesen Bezeichnungen kommt Xylit in vielen Nahrungsmitteln vor, von denen ihr euren Hund unbedingt fernhalten solltet:

  • Fertigbackwaren, Brot- und Hefeteig
  • Kuchen & Plätzchen
  • zuckerfreier Sirup
  • Softdrinks
  • Weingummi
  • Schokolade
  • Fertigpudding
  • Speiseeis
  • Joghurt
  • Zuckerfreies Kaugummi
  • Pfefferminzpastillen
  • Gewürze

Aber nicht nur in Nahrungsmitteln ist der für Hunde gefährliche Stoff enthalten, auch in Pflegeprodukte wie Sonnencreme, Hautpflegecremes, Zahnpasta und Mundspülungen.

Welche Auswirkungen hat Xylit auf den Hund?

Im Gegensatz zu den meisten Säugetieren, enthält die Leber des Hundes kein Enzym, welches Xylit abbauen kann.

Xylit erhöht bei Hunden stark die Ausschüttung des körpereigenen Insulins, welches den Blutzuckerspiegel regelt. Die Folgen sind fatal:
Innerhalb einer Stunde, im Extremfall auch schon innerhalb von 10 Minuten, kann beim Hund eine akute Unterzuckerung auftreten.
Die Aufnahme von Xylit führt in vielen Fällen zu schweren Schädigungen der Leber und führt ohne Gegenmaßnahmen zum Tod des Hundes.

Schon geringe Mengen Xylit können schwerste Schäden hervorrühren. Wir reden hier von Kleinstmengen, denn schon 0,1 g / kg Xylit reichen aus, um eine Unterzuckerung auszulösen, ab 0,5 g / kg versagt akut die Leber.

Um dies besser visualisieren zu können:
Zwei Xylit-haltige Kaugummis reichen hierfür schon bei einem mittelgr0ßen Hund von 20kg Gewicht aus, um schwere Schäden zu verursachen.

Eine akute Xylit-Vergiftung kann sich wie folgt bemerkbar machen:

  • Zittern
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Durchfall
  • Herzrasen
  • Sehstörungen
  • Koordinationsprobleme
  • Teilnahmslosigkeit / Schwäche
  • Zittern bis epileptiforme Anfälle
  • blasse Schleimhäute
  • gelbliche Schleimhäute (Leberversagen)

Wenn die Xylit-Vergiftung und Schädigung der Leber sehr weit fortgeschritten sind, kann es zu einem Zusammenbruch des Hundes kommen und er fällt unter Umständen sogar ins Koma.

Welche Maßnahmen sind nach Xylit-Einnahme zu ergreifen?

Selbst, wenn dein Hund keine Vergiftungssymptome zeigt, hast du den Verdacht, dass dein Hund Xylit-haltige Stoffe zu sich genommen hat, verliere bitte keine Zeit und fahre sofort zu einem Tierarzt oder einer Tierklinik.

Als Erste Hilfe Maßnahme kannst du deinem Hund Honig- oder Zuckerwasser einflößen.
Sollte der Tierarzt feststellen, dass das Gift noch nicht in den Blutkreislauf eingetreten ist, wird unter Umständen versucht ein Erbrechen auszulösen.
Zusätzlich hierzu wird dem Hund in den meisten Fällen eine Infusion auf Glukosebasis verabreicht und eine Leberschutztherapie mit Antioxidantien eingeleitet.

Sobald dein Hund Symptome einer Vergiftung durch Xylit aufweist, kann eine Entgiftung nicht mehr durchgeführt werden. Ein wirksames Gegenmittel steht momentan noch nicht zur Verfügung. Daher ist es wichtig, dass regelmäßige Zuckermessungen und Blutuntersuchungen sowie eine Überprüfung der Leberfunktionen durchgeführt werden. Sollte die Leber versagen oder Anzeichen von Durchblutungsstörungen vorhanden sein oder gar ein komatöser Zustand eintreten, sind die Chancen auf ein Überleben leider schlecht.

Wie schütze ich aber meinen Hund vor Xylit?

Bestenfalls verzichtet man auf Produkte mit Xylit als Inhaltsstoff.
Ist dies aber aus welchem Grund auch immer nicht möglich, solltest du Produkte, die Xylit bzw. einer seiner erwähnten Handelsnamen als Inhaltsstoff aufweisen, unerreichbar für deinen Hund aufbewahren. Verwendet ihr Zahnpasta für euren Hund, achtet darauf, dass diese explizit für Hunde deklariert ist, denn wie bereits zu Anfang erwähnt, enthält Zahncreme für Katzen sogar ausdrücklich Xylit zur besseren Reinigung.

 

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