Hundeknigge: Kein Spiel vor fremden Hunden, bitte

Blog > Beitrag vom 14.02.2022
Hund jagt Ball Schonmal erlebt? Du gehst entspannt mit deinem Hund spazieren oder übst unterwegs gerade etwas Sinnvolles. Und plötzlich taucht in direkter Nähe ein Mensch-Hund-Team auf und schreddert in eure Zweisamkeit rein – mit Ballschleuder & Co.
Falls du zu den Menschen gehörst, die mit ihrem Hund gerne in jedweder Situation und Anwesenheit anderer Hunde und deren Halter hochenergetische Spiele auspacken: bitte lies diesen Artikel.

Deines Hundes Freud ist des Fremdhundes Leid

Du liest also, weiter? Danke :) Mit Sicherheit denkst du dir nichts Böses dabei, wenn du in Anwesenheit anderer Hundehalter und ihren Vierbeinern Bällchen, Stöckchen, Frisbee o.ä. durch die Gegend schleuderst*. Wissen solltest du dennoch: dein Spiel wirkt sich auf manche Hunde extrem negativ aus, viele leiden tatsächlich darunter. Und bei manchen leiden auch die Halter mit.

Warum? Weil …

  • … es Hunde gibt, die ganz schlecht mit jeglichen Bewegungsreizen umgehen können.
  • … es Hunde gibt, die generell schlecht mit der Dynamik anderer Hunde umgehen können.
  • … es Hunde gibt, die schon mit dem Anblick ruhiger Artgenossen überfordert sind, geschweige denn mit energiegeladenen Artgenossen.
  • … es Hunde gibt, die tatsächlich sogenannte Balljunkies sind.

Dein Spiel setzt diese Hunde enorm unter Stress, überfordert sie, frustriert sie, lässt sie vielleicht in aggressives Verhalten umschalten.

Wissen ist Macht Wissen macht's besser!

Falls du jetzt denkst „aber mein Spiel mit meinem Hund ist doch dann eine super Gelegenheit für andere, um zu üben und an ihrer Problematik zu arbeiten“, ist das erstmal ein naheliegender Gedanke. Aber leider falsch: Man kann nicht mit einem Hund sinnvoll üben, der sich in kompletter Überforderung befindet. Das Üben beginnt auf einem viel niedrigeren Reizlevel und auf einer für den Hund passenden Distanz. Die nur sein Mensch für ihn wählen kann. Theoretisch. Denn wenn du zehn Meter neben dem fremden Gespann deine Ballschleuder auspackst, dann hast du die Wahl getroffen.

Oder. Falls du jetzt denkst „ach, so ein bisschen Aufregung hat noch keinem geschadet“ ist das ebenfalls ein naheliegender Gedanke. Leider jedoch so falsch wie gefährlich: Es gibt nämlich Hunde, die in ihrem Stress gegen ihre Halter gehen können. Die Folgen deines Spiels in direkter Gegenwart von fremden Menschen und ihren Hunden kann also letzten Endes, wenn du an den richtigen Härtefall gerätst, Verletzungen provozieren.

Das Heiligtum für viele Mensch-Hund-Teams: ABSTAND

Über Abstand haben wir bereits in mehreren Blogartikeln gesprochen. Eben weil es so wichtig ist, andere Menschen die Distanz wahren zu lassen, die für sie, ihren Hund und ihre individuelle Situation die richtige ist. Schließlich weißt du nichts über diese beiden fremden Individuen – welche Trigger sie haben, welche Probleme, woran sie gerade intensiv üben oder auch welche Trainingserfolge sie bereits erreicht haben.

Falls du also mit deinem Hund in unmittelbarer Nähe von einem fremden Mensch-Hund-Team bist, frage doch lieber mal, ob es für sie ein Problem wäre, wenn du Spielzeug für deinen Hund wirfst. Und wenn die Antwort „Ja, wäre es“ lautet, dann lass doch bitte stecken. So oder so wäre es sehr rücksichtsvoll von dir, nur dann mit deinem Hund dynamische Spiele zu spielen, wenn niemand in der Nähe ist. Oder zumindest eine größere Distanz zwischen euch liegt.

Und falls du zu den Menschen gehörst, die einen Hund an der Leine haben, der mit dem Spiel anderer nicht klarkommt: Fass dir in einer solchen Situation doch ein Herz und bitte die Spielgesellen um eine Pause, bis ihr auf Distanz seid. Wahrscheinlich ist dem Hundehalter wirklich nicht bewusst, was seine Wurftalente bei anderen anrichten können.

So. Ich wundere mich gerade über die Kürze dieses Artikels und schließe mal wieder mit einem Herzenswunsch: Mehr Rücksicht, Raum und Ruhe für alle!

* Auch, wenn es sinnvoll wäre, gehe ich in diesem Artikel nicht darauf ein, wie gesundheitsschädlich ein Zuvieldavon sein kann, welches seeehr schnell erreicht ist.

geschrieben von Martina, Hundetrainerin bei Kläffer & Smart

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