Frühkastration - Sinnvoll oder gefährlich?

Blog > Beitrag vom 21.02.2022
Hundewelpe Vor einigen Jahren wurde es noch als ganz normal angesehen, dass man junge Hunde vor dem ersten Lebensjahr kastrieren lässt. Bei Hündin sollte dies das Krebsrisiko senken und bei Rüden wurde so dem rüpeligen Rüdenverhalten und der Sehnsucht nach Hundemädchen vorgebeugt.
Aber ein Blick auf das Tierschutzgesetz sagt ganz klar, dass dies ein Verstoß darstellt, denn bei der Kastration handelt es sich um die Entfernung von Organen. Laut § 6 Abs. 1 S. 1 TierSchG ist dies bei Wirbeltieren, zu denen nun einmal auch Hunde zählen, grundsätzlich verboten. Die ist nur in bestimmten Fällen erlaubt und ist auch dann vom Tierarzt gut abzuwägen.

Und das hat auch einen guten Grund, denn das Entfernen der Geschlechtsorgane geht immer einher mit einem Eingriff in den Hormonhaushalt. Schon bei adulten Hunden ist es daher immer gut abzuwägen, ob dieser Schritt auch wirklich notwendig ist. Neusten Studien zufolge weisen kastrierte Tiere beiderlei Geschlechts, ein teilweise um ein mehrfaches erhöhtes Risiko auf, an bestimmten Krebsarten zu erkranken. Und das zu einem deutlich früheren Zeitpunkt als die bei intakten Artgenossen der Fall ist.

Die Geschlechtshormone Testosteron und Östrogen sind wichtige Bestandteile des Knochenstoffwechsels. Während der Wachstumsphasen fördern Hormone das Knochenwachstum und sind maßgeblich am „Schließen“ der Wachstumsfugen beteiligt.

Weiterhin benötigt der Körper diese Hormone, um den Aufbau und den Erhalt der Knochendichte aufrecht zu erhalten. Eine Kastration vor der Vollendung des Knochenwachstums kann also durchaus die ersten Weichen für spätere Knochenprobleme stellen.

Testosteron ist nicht nur wichtiger Bestandteil des Knochenwachstums, sondern wird auch in der Muskulatur benötigt. Es sorgt dort für Muskelkraft und Muskelmasse.

Viele Halter von frühkastrierten Tieren wundern sich über das glanzlose oder stumpfe Fell ihres Hundes, aber auch hier spielt Testosteron eine Rolle, denn der Körper benötigt es für eine ausreichende Talgproduktion.

Dies ist nur ein kleiner Einblick, welche Auswirkungen eine Frühkastration bei deinem Hund haben könnte.

Im endokrinen Drüsensystem, dem Hormonsystem, spielt alles zusammen und beeinflusst sich gegenseitig. Aber was ist, wenn ein wichtiger Baustein wegfällt? Dem Fettstoffwechsel wird sein Beschleuniger genommen, was nicht selten Auswirkungen auf die Figur hat.

Und eine weitere sogar recht häufige Nebenwirkung ist eine Schilddrüsenfunktionsstörung.

Aber nicht nur auf die körperliche Entwicklung hat eine Frühkastration eine enorme Auswirkung, denn auch die geistliche Entwicklung erfährt dadurch einen enormen Einschnitt. Viele Hunde bleiben auf der Entwicklungsstufe eines Junghundes stehen, was in der Kommunikation mit anderen Hunden zu einem Problem werden kann.

Eine Kastration ist in jedem Fall ein gravierender Einschnitt in das Hormonsystem und daher immer genaustens abzuwägen. Von Kastrationen vor der Vollendung des Wachstums und der geistigen Reife ist abzuraten.

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