Hundeknigge: 7 Tipps fürs Smartphone beim Gassi

Blog > Beitrag vom 28.03.2022
Frau schaut beim Hundespaziergang ins Smartphone Kennst du das auch? Du latschst mit deinem Hund so durch die Welt. Und plötzlich greift deine Hand wie fremdgesteuert zum Smartphone in deiner Buxentasche. Ohne drüber nachzudenken und auch ohne konkreten Anlass zuppelst du das multifunktionale Ablenkungsgerät hervor und checkst die Lage. Welcome tot he Smombie Walk …

Wie du deinen Smartphone-Konsum gestaltest ist natürlich dir überlassen. Nur eine Frage: Hast du auch auf dem Schirm, welche Folgen dieser für deinen Hund und deine Umwelt haben kann?

Was meinst du, wie es deinem Hund dabei geht, wenn du einen Großteil der Zeit, die ja eigentlich eure zugewandte Zweisamkeit sein sollte, in einen Bildschirm starrst und abwesend bist? Wie viel Zeit hat dein Hund denn mit dir, neben Arbeit, allerhand alltäglichen Pflichten, deinen persönlichen Hobbys? Und dann noch mit dem Smartphone-Nutzen obendrauf zu all diesen Beschäftigungen. Hast du dir einen Hund angeschafft, um möglichst wenig bewusste Zeit mit ihm zu verbringen? Nein? Super! Dann könnten dich folgende 7 Tipps interessieren:

Tipp 1: Die Dosis macht das Gift

Es spricht nichts dagegen, unterwegs einmal das Smartphone zu nutzen – wohl dosiert. Wichtig ist, dass du für dich, deinen Hund und dein Umfeld einschätzbar und handlungsfähig bleibst. Ich frag dich mal ganz provokant: Was hast du, was hat dein Hund von einem Spaziergang, bei dem du ständig in einen Bildschirm schaust? Hast du dir nicht einen Hund zugelegt, um mit ihm zusammen bewusst Zeit zu verbringen, ob zuhause oder in der Natur? Mal abgesehen von dem bewussten Erleben mit deinem Hund, das dir komplett flöten geht: Letzten Endes bereitest du euch und anderen Probleme, sobald du alles um dich herum ausblendest und nichts mehr mitkriegst. Wie wäre es mal, dein Handy einfach stumm zu stellen, wenn du spazieren gehst? Oder noch besser, auf Flugmodus?

Tipp 2: Online immer anleinen

Selbst, wenn du nur ganz kurz schauen willst, ob Schatzi dir geschrieben hat, wie spät es heute wird.

Wenn du

  • mit deinem freilaufenden Hund unterwegs bist,
  • du dazu neigst, dich sofort vom Smartphone in den Bann ziehen zu lassen
  • und besonders, wenn du dazu in einer unüberschaubaren Gegend bist:

    leine deinen Hund an! Für deinen Hund und auch, damit du die Situation für dein Umfeld einschätzbar machst. Und falls du deinen Hund an einer Flexileine hast, nimm deinen Hund bitte kurz und stelle auf Arretierung.

Tipp 3: Stelle dir Regeln auf

Wie viele Nachrichten schreibst du von unterwegs, wie viele E-Mails liest du, wie viele Fotos fügst du jeden Tag deiner Sammlung hinzu? Und welche Apps nutzt du sonst noch immer und überall? Hast du darüber einen detaillierten Überblick? Überprüfe das mal konkret und frage dich, was du unterwegs wirklich machen musst. Brauchst du dieses Fotomotiv wirklich zum 20. Mal in deiner Fotosammlung? Statt es einfach mal in real für ein paar Minuten würdigend zu betrachten? Kann diese SMS wirklich keine halbe Stunde warten? Muss auf jeden Piep sofort reagiert werden, ist das noch gesund für dich? Überprüfe das alles und stelle dir sinnvolle Regeln auf, wie z.B.

  • höchstens fünf Mal Handyzücken beim Spaziergang
  • gewisse Apps werden beim Gassi nicht geöffnet
  • die gesamte Smartphone-Nutzung soll nicht mehr 10% deines Spaziergangs ausmachen o.ä.



Tipp 4: Geh abseits

Wenn du draußen mit Hund nicht auf dein Smartphone verzichten kannst, dann geh bitte wenigstens abseits, um auf deinen Bildschirm zu schauen. Stelle dich mit deinem angeleinten Hund irgendwohin auf Abstand zu deinem Umfeld, wo du gut von anderen gesehen wirst und wo du keine Wege oder Pfade blockierst. Es gibt Menschen, die Angst vor Hunden haben, es gibt Hunde, die nicht in direkter Nähe an fremden Hund vorbei gehen können – sei dir bitte dessen bewusst und stell keine Blockade, keinen Störfaktor und kein Risiko für andere dar.

Tipp 5: Bleib wachsam

Auch, wenn du dich gut sichtbar abseits positioniert hast: Schau bitte immer wieder nach wenigen Sekunden vom Bildschirm weg und nach deinem Hund sowie in die Umgebung! Mit dem Blick ins Smartphone verschwimmen Zeit und Raum und ehe du dich versiehst, wirst du in einer unschönen Situation „wach“. Die du für dich, deinen Hund und für andere Menschen nur durch deine Passivität und mentale Abwesenheit verursacht hast.

Tipp 6: Stell dir einen Timer

Falls es dir besonders schwer fällt, deine Smartphone-Zeit beim Spaziergang zu dosieren, stell dir einen Timer, sobald du in den Bildschirm schaust. Je nachdem, wo du dich befindest, kannst du z.B. auch vorher einmal genau die Umgebung prüfen (auch, wenn du abseits stehst). Schau dich intensiv um und überleg dir, wie lange es dauern würde, bis z.B. ein Radfahrer, ein rennendes Kind oder ein unangeleinter Fremdhund brauchen würde, um deinen sicheren Radius zu erreichen. Stelle deinen Timer dann noch ein Stück kürzer als die geschätzte Zeit.

Tipp 7: Lass einfach ganz stecken

Starte doch mal den Versuch und lass das Handy beim Spaziergang komplett stecken. Und gib nicht so schnell auf, wenn du dich kaum beherrschen kannst, danach zu greifen oder wenn du nicht gleich positive Auswirkungen bei deinem Hund siehst. Dein Smartphone ist eine Maschine. Dein Hund ist keine und du auch nicht.

Was macht deine Abwesenheit mit deinem Hund?

Leider ist es so, dass du deinem Vierbeiner die Verantwortlichkeit für euer Umfeld aufdrückst, wenn du unterwegs ständig ins Smartphone schaust. Die beste Basis, dass er sich mehr und mehr der Umwelt zuwendet, in Frust, Verzweiflung, Stress gerät, sich etwa mit der Zeit angewöhnt, Fremdhunde anzupöbeln, Spaziergänger zu verbellen, bei Radfahrern in die Leine zu springen – die ganze Palette „unerwünschten Verhaltens“ etabliert. Oder vielleicht hat er das von Anfang an schon so gelernt, weil du mehr mit deinem Smartphone spazieren gehst, als mit deinem Hund?

Der Hund ist schuld

„Aber ich schau doch beim Spaziergang nur ins Smartphone, weil mein Hund sich nicht für mich interessiert / nur andere Hunde im Kopf hat / nur sein persönliches Ding macht / …“. Das bedeutet nicht, dass mit deinem Hund etwas nicht stimmt, sondern mit eurer Beziehung. Hunde sind hochsoziale Lebewesen, die die Gemeinschaft wollen, brauchen und suchen. Wenn dein Hund scheinbar andere Interessen hat und sich von dir abwendet, liegt es höchstwahrscheinlich eher daran, dass du deinen Hund nicht ausreichend verstehst, ihn nicht führst, wie er es braucht. So etwas merken Hunde und sie ziehen daraus ihre Konsequenzen. Und an diesem Umstand änderst du leider nichts mit dem Blick ins Smartphone.

Dein Hund braucht dich

Dein Hund braucht deine Achtsamkeit, deine Zugewandtheit, dein Verständnis, deine Zuverlässigkeit, deine Handlungsfähigkeit! Er hat es sich nicht ausgesucht, bei dir einzuziehen – du hast ihn ausgesucht. Also sei bei allem, was er im Alltag von dir braucht und besonders bei euren Spaziergängen für ihn da.

In diesem Sinne: Fairness und Verbundenheit für unsere lieben Hunde, Präsenz und Rücksicht für unsere Umwelt.

*Smombie = Smartphone-Zombie

geschrieben von Martina, Hundetrainerin bei Kläffer & Smart

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