Hundeknigge: Leinenpflicht? Gilt die für alle?

Blog > Beitrag vom 04.07.2022
Hinweisschild Leinenpflicht Immer wieder begegne ich Menschen, die ihre Hunde an Orten, an denen strikte Leinenpflicht herrscht, freilaufen lassen. Manche lassen ihre Hunde auch komplett freidrehen ... Selbst, wenn die Hunde nicht zuverlässig bis absolut gar nicht abrufbar sind, heißt das für manche dennoch: „Heeey, ist doch schön hier im Park! Leinen los, mach dein Ding, Diggi!“ Nujoa. Besser gesagt: Unding.

Wir hatten bereits neulich den Blogartikel „Jagender Hund, scheißegal, schalala“ veröffentlicht, in dem es darum geht, dass jagende Hunde grundsätzlich in bejagbaren Arealen und zur Brut- und Setzzeit an die Leine gehören. Leinenpflicht gilt allerdings auch für nicht jagende Hunde und an anderen Orten. Und dennoch gibt es viele Menschen, die ihre Hunde dort trotzdem nicht an der Leine führen. Sogar mitten in der Stadt oder in Parks. Selbst wenn sie dort bei weitem nicht alleine unterwegs sind.

Bitte leint eure Hunde an, wo Leinenpflicht herrscht. Zumindest und wenigstens dann, wenn ihr nicht alleine seid und/oder vor uneinsehbaren Stellen. Das ist echt das Mindeste an Rücksicht und Respekt.

Gute Gründe, die Leinenpflicht ernst und wahr zu nehmen

Für viele Menschen und auch Hunde ist ein freilaufender Hund eine potentielle Gefahr. Es ist schon schlimm genug, dass man jederzeit in Wald und Wiesen mit freilaufenden Hunden rechnen muss, die ungefragt in einen reinbrettern alias „spielen wollen“ (nö, einfach nö!). Aber dort, wo Leinenpflicht herrscht, sollte sich auch dran gehalten werden. Menschen und Hunde, die mit „Freiläufern“ Probleme haben, sollten sich wenigstens dort sicher fühlen und ungestört spazieren gehen können, wo Freilauf ausdrücklich verboten ist.

Weitere Gründe, sich an die Leinenpflicht zu halten, kannst du in der Aufzählung in unserem Blogartikel „Einmal anleinen, bitte“ nachlesen. Was für den Freilauf in erlaubten Arealen gilt, gilt erst recht dort, wo Leinenpflicht herrscht.

„Aber meiner hört top! Der ist immer und überall abrufbar!“

Ich freue mich von Herzen und ehrlich über jeden und mit jedem, dessen Hund richtig gut und zuverlässig hört. Das befreit aber niemanden von der Leinenpflicht, die für viele Orte gilt. Es geht ja nicht nur um den einen Hund und seine (hoffentlich) Zuverlässigkeit, sondern ebenso um seine Wirkung auf das Umfeld, in dem er sich bewegt. Und für das kann ein freilaufender Hund erst einmal ein absoluter Stressfaktor, Störenfried, Sorgenbringer sein. Dass der Hund vielleicht super hört, sieht man ihm ja erstmal nicht an. Und selbst wenn, gibt es mittlerweile da draußen so viele Menschen, Hunde und andere Tiere, die mit unangeleinten Hunden richtig üble Erfahrungen gemacht haben. Deshalb sei bitte rücksichtsvoll, setz das richtige Zeichen und nimm deinen Hund an die Leine.

Kurze Erklärung zu falschen und richtigen Zeichen: Das falsche Zeichen wäre etwa (Achtung, Unterstellung): „seht alle her, wie toll mein Hund ohne Leine an Radfahrern, kleinen Kindern oder fremden Hunden bei Fuß vorbei latschen kann. Also ich finde uns sehr beeindruckend und ihr bestimmt auch.“ Das richtige Zeichen wäre: „Ich sehe dich, nehme dich ernst, meine Verantwortung wahr und somit meinen Hund an die Leine“.

„Leine ist voll unnatürlich und total die Tierquälerei – Hunde müssen freilaufen dürfen!“

Ich habe Menschen schon wirklich solche Sätze sagen hören. Klar, ist die Leine für den Hund irgendwie unnatürlich. Kein freilebender Hund würde sich freiwillig eine Leine um den Hals legen. Aber es ist auch irgendwie unnatürlich, sich ein Raubtier ins Haus zu holen. Hat sich nun aber mal irgendwie so ergeben mit den Hunden und den Menschen ... Auch, wenn die meisten Menschen Hunde nicht als Raubtier sehen (wollen). Das sind und bleiben sie aber trotzdem. Was wir also brauchen, ist Sicherheit und Verlässlichkeit. Für den eigenen Hund genauso wie für das präsente Umfeld. Und das geht nun mal nur mit Leine. Natürlich ist es gut und richtig, auch für !sicheren! Freilauf zu sorgen. Aber ein Hund muss nicht bei jedem Spaziergang freilaufen und schon gar nicht dort, wo viele gute Gründe dagegensprechen bzw. es einfach verboten ist.

Leine ist in aller erster Linie ein sicherer Rahmen. Für den eigenen Hund sowie für fremde Hunde und deren Halter. Es soll Menschen geben, die aufgrund schlechter Erfahrungen mittlerweile sehr schnell Gewalt anwenden – ob notwendig oder nicht –, wenn ihnen und ihrem Hund ein unangeleinter Fremdhund zu nahe kommt. Sollte man auch wissen, wenn man auf Freilauf überall und zu jeder Zeit pocht, egal wie verboten oder unerwünscht.

Jeder braucht ein Stück Sicherheit

Also lasst eure Hunde bitte wenigstens dort an der Leine, wo Leinenpflicht herrscht. Damit die, für die ungewollte Hundekontakte besonders schlimm sind, wenigstens diese Orte haben, wo sie ungestört und bedenkenlos Spazieren gehen können. In diesem Sinne: Sicherheit und Verlässlichkeit für alle!

geschrieben von Martina, Hundetrainerin bei Kläffer & Smart

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